Hippotherapie in Hofbieber
Die gelernte Krankengymnastin Martina Baumann-Hillenbrand bietet seit 1995
Hippotherapie auf dem Oberdörnbachshof in Hofbieber an.
Was für einen gesunden Menschen alltäglich ist, ist für Bewegungsunfähige etwas
Unbekanntes. Jemand, der sein Leben lang auf den Rollstuhl angewiesen ist, wird
nie erfahren, wie es ist zu Gehen und sich das Gehen auf den restlichen Körper
überträgt. Diese Erfahrung wird durch Hippotherapie möglich, da das Pferd einem
Gehbehinderten die Beine ersetzen kann. Die dreidimensionalen Schwingungen, die
durch die Bewegungen des Tieres entstehen, übertragen sich auf den Körper des
Reiters. Dadurch kommt es zur Stimulation und Kräftigung der Rumpfmuskulatur,
die durch das Sitzen im Rollstuhl schwach ausgebildet ist.
Mit der Hippotherapie können fast alle neurologischen Krankheitsbilder
behandelt werden, erklärt Martina Baumann-Hillenbrand, die zusätzlich zu ihrer
Ausbildung als Krankengymnastin die Hippotherapie erlernt hat. Dazu gehören
unter anderem Lähmungen (Hemiplegie, Diplegie), MS, Torticollis, aber auch bei
hyperaktiven Kindern ist die Hippotherapie sinnvoll. Ob ein Mensch dabei
geistig behindert ist oder nicht, spielt keine Rolle.
Martina Baumann-Hillenbrand therapiert hauptsächlich Kinder, eine Einheit
dauert etwa 20 Minuten, da die Therapie für Kinder sehr anstrengend ist.
„Durch die Variationen in den Hufschlagfiguren und den unterschiedlichen Tempis
im Schritt, nehmen die Patienten an vielen Bewegungsabläufen des Pferdes teil“,
erklärt die Therapeutin. Ist der Patient nicht in der Lage, allein auf dem
Pferd zu sitzen, geht Martina Baumann-Hillenbrand mit aufs Pferd, das sie
selbst ausgebildet hat.
Trotz guter Erfolge kann die Hippotherapie die Krankengymnastik nicht
ersetzen, sie ist lediglich eine Ergänzung, stellt Baumann-Hillenbrand fest,
doch obwohl eine Besserung auch nicht von heute auf morgen eintritt, ist sie
dennoch eine sinnvolle Zusatztherapie, die den meisten Patienten durch den
Umgang mit dem Pferd sehr viel Spaß macht.