Erhard Vogt: Fahrer mit viel Gefühl
Fahrsport ist für Erhard Vogt aus Soisdorf das Größte: Kontinuierlich baute er
sich und seine Haflinger in seinem Sport auf, sodass er jetzt auf dem Weg zur
Startklasse M steht.
Bereits als Kind hatte der heute 55-jährige, bedingt durch die elterliche
Landwirtschaft, mit Pferden zu tun. Und als er älter wurde, spannte er gern mal
an und fuhr in die Natur oder beteiligte sich an Fastnachtsumzügen. In der
Landwirtschaft wurde damals noch viel mit Pferden gearbeitet. Man musste sowohl
reiten als auch Gespanne fahren können, berichtet heute als Berufskraftfahrer
tätige Vogt aus seiner Jugend.
Den Fahrsport intensiv betreibt er seit etwa
zehn Jahren. Er belegte einen Fahrlehrgang bei Klaus Schmelz in Lauterbach und
legte 1992 sein kleines Fahrabzeichen ab. Ein Jahr später kamen das Bronzene,
wiederum ein Jahr später das Silberne Fahrabzeichen hinzu, sodass er heute
schon im Profibereich der Ponyklasse ansässig ist. Der Soisdorfer hat den
Fahrsport von der Pike auf erlernt. Das Fahren nach Achenbach, das in
Deutschland eine lange Tradition hat, beurteilt er als sehr pferdeschonend und
ästhetisch.
Erste Fahrertreffen und kleinere Fahrveranstaltungen fuhr er zu Beginn immer
mit zwei Pferden. Sein erster großer Sieg war dann im Jahr 2000 bei der
Rhöncup-Serie. Da belegte er den Gesamtsieg bei den Zweispännern (Ponyklasse).
Im Jahr 1995 begann er mit vier Pferden, zunächst bei Schauvorführungen
mitzumachen. Begeistert erzählt Erhard Vogt, wie spannend es ist, ein Turnier
mit einem Gespann mit vier Pferden zu bestreiten. Besonders wichtig seien die
Vorderpferde, die alle Signale des Fahrers genau verstehen müssen, um
beispielsweise einen schweren Kegelparcours zu bestreiten.
Und nicht nur die
Pferde sind enorm wichtig, denn so betont Vogt, auch die Beifahrer tragen sehr
viel zum Gelingen bei. Ohne ein eingespieltes Team geht bei einem Wettkampf
gar nichts, betont er. Ihm zur Seite steht seit vielen Jahren Bernhard Wiegand
und seit kurzem die sehr talentierte erst Zwölfjährige Jenny Veltum. Beide sind
Inhaber des kleinen Fahrabzeichens und ebenso wie Vogt, vollkommen fasziniert
vom Fahrsport.
In der Klasse M wird der Fahrstall Vogt aus Soisdorf zunächst
einmal Erfahrungen sammeln. Unter anderem steht ein Start in der
Haflingerhochburg Ebbs in Tirol auf dem Programm. Und beim diesjährigen Rhöncup
hat sich das Team schon bewährt und Platz zwei erreicht. Seit kurzem wurde der
Verein Fahrfreunde Vorderrhön gegründet, dessen Gründungsmitglied Vogt ist.
Der Fahrsport soll in unserer Region in Schwung gebracht werden, erklärt er
dazu. Der Fahrsport gehört zu den teuersten Sportarten, wenn man ihn
professionell betreibt. Mehrere Kutschen, Pferde und Transportmöglichkeiten
sind nötig. Dazu kommen weite Fahrten zu Turnieraustragungsorten. Zusätzlich
zum finanziellem Aufwand ist viel Zeit für Training und Pferdepflege und auch
die Nachzucht nötig. Doch dazu steht Vogt, der viel Einfühlungsvermögen
mitbringt und seinen Fahrsport unter anderem durch Trauungensfahrten
finanziert.
Seine Begeisterung für den Fahrsport gibt er gern weiter. Er hofft,
in seinem Sport noch einiges zu bewegen und vielleicht einen Sponsor zu finden,
der ihn unterstützt. Doch da blickt der Soisdorfer zuversichtlich in die
Zukunft.
Eine kleine Fotoauswahl:
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