Pferdesport: Erfolgreiches Integratives Reitturnier in Herbstein / Erfolgreiche Paralympioniken ließen die Saison ausklingen und sich feiern
Herbstein (be)
Zu dem integrativen Reitturnier hatten etwa 200 Teilnehmer aus ganz Deutschland, zum Teil mit langen Anreisewegen, den Weg zu den Dachreitern nach Herbstein gefunden. Der Verein ist Mitglied im „Deutschen Kuratorium für therapeutisches Reiten“ und hat die Veranstaltung gemeinsam mit dem Förderverein „Behinderte Sportreiter und Fahrer“ ausgerichtet. Dessen Ziel ist es, den Reit- und Fahrsport für Menschen mit Handicap von der Nachwuchsförderung bis zum Spitzensport ideell und finanziell zu fördern. Und da der Pferdewirtschaftsmeister und Ausbilder Heinrich Brähler seit Jahren Dr. Angelika Trabert betreut und trainiert, war es möglich, die Olympioniken mit ins Boot zu holen. Die wiederum waren ein Magnet für Teilnehmer und Zuschauer und nutzten die Gelegenheit, die erfolgreiche Saison abzuschließen. Auf dem Programm standen zehn Prüfungen, die vor allem die Kinder und Jugendlichen mit und ohne Handicap aus Herbstein auf den Plan riefen und die stolz waren, vor Publikum ihr Können unter Beweis zu stellen. Auch das Richterkollegium war beeindruckt von den schönen Leistungen, die abgeliefert wurden. Die anspruchsvollen Dressurprüfungen der Klasse L waren die sportlichen Highlights – hier dominierten klar Dr. Angelika Trabert mit ihrem Olympiapferd Londria und Britta Näpel mit Durbridge. Abgerundet wurde das Turnier durch einen Empfang auf dem Marktplatz Herbstein. Per Kutsche und mit Pferdeeskorte ging es dann zurück zu den Dachreitern, die den Abend bei einer Welcome-Party gemeinsam mit den Sportlern, Helfern und Honoratioren ausklingen ließen. Zufrieden über die gelungene Veranstaltung, die von Turnierleiter Heinrich Brähler und seinem Team hervorragend vor- und ausgerichtet wurde, zeigte sich der Erste Vorsitzende Hubert Straub, der beeindruckt von Team- und Sportsgeist der Teilnehmer war. Und Heinrich Brähler ergänzt:“Die Reiter waren total glücklich, dass wir in Herbstein ein solches Turnier ausgerichtet haben, da das Angebot integrativer Veranstaltungen in Deutschland nur sehr begrenzt ist.“
Ergebnisse:
Reiterwettbewerb ohne Galopp, Erste Abteilung: 1. M. Böttinger Quanah 7,5, 2. M. Schneider Obelix 7,2, 3. D. Wirth Silver 7,0, 3. D. Delfing Camina 7,0 (alle Herbstein). Zweite Abteilung: 1. T. Schöniger Sunny 7,3, 2. R. Becker Kergya 6,8, 2. R. Rupp Obelix 6,8, 4. N. Reußwick Funny 6,5 (alle Herbstein).
Reiterwettbewerb, Erste Abteilung: 1. M. Böttinger Camina 7,5, 2. A. Fischer Bianca 7,1, 3. L. Böttinger Quanah 7,0, 4. S. Oestreich Sunny 6,8, 4. T. Schöniger Reykur 6,8 (alle Herbstein). Zweite Abteilung: 1. P. Lips Ghazim 7,3, 2. E. Schleicher Sunny 7,2, 3. L. Becker Sam 7,1 (alle Herbstein), 5. J. Frank Sakat (Landenhausen) 6,8. Dritte Abteilung: 1. D. Delfing Camina 7,2, 2. F. Jost Quanah 7,0, 3. F. Böttinger Sunny 6,9, 3. M. Sieber Bianca 6,9, 3. J. Jost Sula 6,9 (alle Herbstein).
Dressurreiterwettbewerb: 1. P. Rupp Chantal 7,7... 4. F. Lips Golan 7,4, 5. V. Zaubitzer Laura 7,1, 6. M. Böttinger Ghazim 7,0, 8. P. Lips Ghazim 6,8 (alle Herbstein).
Dressurreiterwettbewerb: 1. K. Degen Wieland 7,7... 5. M. Jordan Boney M 6,6 (Vogelsberg).
Dressurreiterprüfung Klasse A: 1. Dr. A. Trabert Londria 8,0... 5. M. Jordan Boney M 7,0 (Vogelsberg).
Dressurprüfung Klasse A: 1. B. Nöpel Durbridge 7,8, 2. J. Bloß Walter 7,5 (Herbstein)... 5. M. Melling Hallinka (JR Fulda) 7,1, 6. T. Fuchs Sarah 6,9 (Herbstein).
Dressurreiterprüfung Klasse L: 1. B. Näpel Durbridge 7,5... 3. J. Bloß Walter (Herbstein) 7,0.
Dressurprüfung Klasse L: 1. Dr. A. Trabert Londria 7,7.
Geschicklichkeitswettbewerb, Gruppe 1: P. Schoop/Skari, H. Iller/Bengie, C. Kautz/Camina, Ü. Varda /Reykur, M. Bert/Bengie, C. Keicher/Skari, A. Hillmeyer/Senja, F. Mangold/Reykur. Gruppe 2: J. Engel/Reykur, L. Becker/Sam, R. Becker/Kergya, R. Hasche/Quanah, S. Schmitt/Bianca, S. Jost/Muk, J. Jung/Mona, D. Kübel /J Charles, A. Metzdorf/Reykur, N. Reußwig/Spoi, S. Reußwig/Sonny, J. Thum/Orri, R. V. Velten/Reykur, H. Wolf/Lucian, J. Schmitz/Bianca, L. Pape/Camina, E. Tanner/Bengie, M. Boß/Skari (alle Herbstein).
Geschicklichkeitswettbewerg mit Führzügel: C. M. Anton/Quanah, T. Bernges/Camina, C. Wilhelmi/Skari, H. Bösch/Orri, E. Fachinger/Quanah, D. Brüssing/Camina, F. Grummes/Orri, A. Riesenkampf/Quanah, R. Rupp/Obelix, D. Knauf/Orri, N. Temme/Camina, S. Ullrich/Skari, E. Schäfer/Quanah, M. Schneider/Obelix, C. Reinheimer/Orri, P. Tanner/Bengie (alle Herbstein).
Infokasten Paralympics Hongkong 2008 (be)
Die Paralympics in Hongkong waren die erfolgreichsten für die deutschen Reiter mit Handicap seit der Aufnahme des Pferdesports im Jahre 1996. Drei Gold-, eine Silber- und zwei Bronzemedaillen waren eine reiche Ausbeute für das Deutsche Team um Bundestrainer Franz-Martin Stankus und Equipechefin Britta Bando.
Dr. Angelika Trabert (Silber Mannschaft), Britta Näpel (Gold und Bronze) und Hannelore Brenner (2 x Gold) freuten sich über ihren Erfolg in Hongkong und nutzten die Gelegenheit auf dem Turnier in Herbstein die Saison zu beenden. Dort ließen sich die drei Damen zudem ordentlich feiern und berichteten von ihrer Zeit in Hongkong. Einig waren sich alle, dass die Spiele perfekt organisiert waren und die Gegebenheiten besser nicht hätten sein können. Ein wenig Pech hatte Dr. Angelika Trabert mit ihrer erst 8-jährigen Stute Londria: Das noch recht unerfahrene Pferd scheute vor einer Leinwand während der Prüfung – damit war der Traum von einer Einzelmedaille dahin. Britta Näpel hatte das Glück, dass ihre Teamkollegin Bettina Eistel ihr Pferd Cherubin für die Spiele zur Verfügung gestellt hat, der dann in nur vier Monaten entsprechend vorbereitet wurde. Dass dabei so ein Erfolg herauskommen würde, damit hatte die 42-jährige Augenoptikerin und Pferdewirtschaftsmeisterin aus Wonheim nicht gerechnet. Und nachdem Hannelore Brenner (Hemsbach) mit ihrer Stute Women of the World bereits die Goldmedaille in der Pflichtaufgabe der Startklasse III gewonnen hatte, wiederholte sie am letzten Wettkampftag diesen Erfolg auch in der Kür. Damit setzte sie den Paralympics in Hongkong das I-Tüpfelchen auf. „Es war unglaublich, wie toll alle Reiter und Pferde sich ins Zeug gelegt haben und mit welchem Teamgeist die ganze Mannschaft für die Medaillen gekämpft hat. Ich hoffe, dass diese Erfolge die Themen Reiten als Sport für Behinderte sowie Therapeutisches Reiten zukünftig in Deutschland voran bringen werden,“ kommentierte Britta Bando die Spiele.