Qualifikationsprüfungen FAB-Amateur-Cup und zum Förderpreis der Dieter-Hofmann-Stiftung beim großen Pfingsturnier des RFV Landenhausen vom 9. bis 12. Mai 2008
Bei super Sport und super Wetter traf sich alles,was in Hessen Rang und Namen hat, beim großen Pfingstturnier des RFV Landenhausen. Und dort wurde an vier Tagen die ganze Palette des Pferdesports in 32 Prüfungen aller Größenordnungen in Dressur und Springen ausgetragen – für die Zuschauer ein Augenschmaus und sportliches Erlebnis, das seinesgleichen sucht. Vor allem die Qualifikationsprüfungen zum Förderpreis der Dieter-Hofmann-Stiftung und dem FAB-Amateur-Cup in Dressur und Springen waren Zuschauermagneten.
Bei den Qualifikationsprüfungen des FAB-Amateur-Cups sollen günstige Wettbewerbsbedingungen für ambitionierte Reiter, die ihren Sport ausschließlich als Hobby betreiben, im Vordergrund stehen. Die Reitsportprofis sind in diesen Prüfungen zwar nicht als Reiter, sondern als Ausbilder gefordert, zumal sie besondere Anerkennung in Form eines Trainerpreises erhalten können.
Einen weiten Weg vom Rheinland bis in den Vogelsberg mit einer fast dreistündigen Anreise haben Katrin Peters und Tina Schumacher gewagt. Beide reiten seit drei Jahren bei FAB-Cups mit und sind schon alte Hasen. Und in Landenhausen wurden sie im 1. Großen Kentucky FAB Amateur-Cup, einer Dressurprüfung Klasse M*, auch gleich belohnt: Die 34-jährige Katrin Peters gewann die Prüfung mit einer hervorragenden Note von 7,8 mit ihrem Pferd Gianna. Rang zwei und drei ging an ihre Vereinskameradin Tina Schumacher, die Wamiro und Gino vorgestellt hat. Sie erhielt von den Richtern die Wertnoten 7,5 und 6,8 für ihre guten Vorstellungen und war damit hoch zufrieden, zumal sie in diesem Jahr erstmalig in der Klasse M an den Start geht. Mitgebracht haben die beiden ihre Trainerin Tanja Schmidt, die im FAB-Cup bis zur Klasse S unterwegs ist. Katrin Peters und Tina Schumacher sind sich einig: Sie finden es toll, im FAB-Cup mit Gleichgesinnten zu reiten – die Erfolge, die sie bisher in der Cup-Serie verzeichnen können, motiviert die beiden sehr, sodass auch eine weitere Anreise kein Problem darstellt.
Im 1. Großen Nürnberger Andreas Sturm FAB-Amateur-Cup, einer Dressurprüfung der Klasse L, sicherte sich Katja Kappel vom RFV Fallbachtal mit Mon Ami die Siegerschleife. In dieser Prüfung haben die Richter besonderen Wert auf die Erfüllung der Lektionen und den korrekten und einfühlsamen Sitz gelegt. Die Versammlung sowie das Gleichgewicht mit tragender Hinterhand waren weitere Kriterien zur Beurteilung der Reiter. Die 36-jährige Katja Kappel erfüllte alle Kriterien und erhielt für ihre Vorstellung die Wertnote 8,0. Auf Rang zwei kam Marie-Aline Höhler vom Reitclub Fulda mit der Wertnote 7,4. Die Studentin hat sich für die Zukunft zum Ziel gesetzt, junge Pferde auszubilden und an den Dressursport heranzuführen. Zwei dritte Plätze gingen an die erst 14-jährige Alina Hansen vom RFV Haunetal, die mit Tompson am Start war sowie an Ramona Knorr vom RFV Alsfeld, die ihr Pferd Heartbreaker im Viereck vorgestellt hat. Der einstimmige Tenor aller drei Dressurreiterinnen lautete klar: Durch den Amateur-Cup haben auch sie einmal eine Chance auf eine Platzierung, wenn sie nicht gegen Profis antreten müssen. Und wenn es im nächsten Jahr wieder passt, kommen sie auch wieder in das schöne Reiterdörfchen Landenhausen im Vogelsberg.
Die tolle Atmosphäre und guten Bedingungen in Landenhausen lobten auch die Reiter im FAB Amateur Cup im Springen der Klasse S*. Hier hatten sich 17 Reiterpaare in die Starterlisten eingetragen, den Hindernisverlauf mit Sprüngen bis 1,40 Meter hatte Michael Jennemann aus Gilserberg (Schwalm-Eder-Kreis) so gewählt, dass weitgehend die dressurmäßige Ausbildung abgefragt wurde. Der Sieg in dieser anspruchsvollen Prüfung ging an Bettina Wiegand vom RFV Haunetal mit Clinton. Die 24-jährige, die als Jugendliche im Ponylager erfolgreich bis zu Europameisterschaften ritt, freute sich über ihren ersten Sieg mit Großpferden in einer derart hohen Prüfung. „Der FAB-Cup ist eine tolle Sache“ findet Wiegand, die auch zukünftig nach Qualifikationsprüfungen im FAB-Cup Ausschau halten wird, um dort zu starten. Leider muss sie dazu aber auf Clinton, das Pferd ihres Bruders Robert, verzichten, den sie sich quasi für diese Prüfung mal eben „ausgeliehen“ hat. Rang zwei ging an die 20-jährige Wiebke Diederich aus Oberkaufungen mit Lacanda, die ebenfalls ohne Fehler den Parcours bewältigt hat. Ihre Ziele sind in diesem Jahr die Teilnahme am internationalen Jugendturnier in Eschwege und der Deutschen Jugendmeisterschaft und weitere vordere Ränge in der Klasse S. Das D-Kader-Mitglied hatte mit Lacanda ein selbst gezogenes Pferd unter dem Sattel – im FAB Amateur-Cup sieht sie für sich und andere Amateure große Chancen weiter zu kommen und wird auch zukünftig auf deren Ausschreibungen achten. Paul Ochs vom Kalbsburgs Reitteam Borken sicherte sich mit Raggae Rang drei in dieser Prüfung. Der 18-jährige hat in diesem Jahr erst richtig angefangen, in der Klasse S zu starten, in der Klasse M** gab es für ihn in 2007 bereits etliche Platzierungen. Für Ochs, der von Marc-Andreas Bettinger trainiert wird, war das Turnier in Landenhausen einfach „spitze“ bei guten Bodenverhältnissen und Organisation. Auch für ihn steht die Teilnahme am internationalen Jugendturnier in Eschwege auf dem Plan und natürlich hofft auch er, weitere vordere Ränge in weiteren FAB-Cups erzielen zu können. Allerdings sollte das Programm der Veranstalter so geschnitten sein, dass auch die Möglichkeit besteht, weitere Prüfungen in seiner Leistungsklasse bestreiten zu können.
Die Dieter-Hofmann-Stiftung hat sich die Nachwuchsförderung zum Ziel gesetzt – neben der Qualifikationsprüfung in Landenhausen gibt es weitere in Alsfeld, Bad Wildungen, Wallau, Biblis und Bad Homburg. Die besten Junioren und Jungen Reiter, für die diese Prüfung ausgeschrieben ist, werden dann im Finale mit Pferdewechsel im Rahmen des Internationalen Festhallen-Reitturniers starten. In Landenhausen stand eine Stilspringprüfung Klasse M* auf dem Programm. Hier ist der Grundgedanke die Überprüfung, ob sich der Reiter in der Springausbildung auf dem richtigen Weg befindet, erklärte Richter Georg Schäfer. Bewertet wurden durch ihn korrekter Sitz und Einwirkung und die harmonische Erfüllung der gestellten Aufgaben. Parcourschef Michael Jennemann gestaltete den Parcours dahingehend, dass im Normalparcours die klassische Linienführung mit Sicht auf den Reiter geprüft, im Stechen dann bei kurzen Wendungen und langen Wege die Wendigkeit und das Galoppiervermögen der Pferde gefordert werden. In die Starterlisten hatten sich 48 Teilnehmer aus ganz Hessen eingetragen, von denen elf Paare das Stechen erreichten. Es siegten Jens Christ (Groß-Zimmern) mit Polycor und Christian Neubecker (RFV Pfungstadt) mit AK&K Pasolini, vor Nadine Deußer (Kirberg), die mit La Comtesse und Conquestador zweimal auf Rang zwei kam. Rang drei ging wiederum an Jens Christ mit Cordano und Yann Lupp (Nidda), der Libertin unter dem Sattel hatte. Der 17-jährige Jens Christ hat bereits mehrere S-Platzierungen und startet gezielt im Förderpreis der Dieter-Hofmann-Stiftung. „Ich glaube ich konnte eher Reiten als Laufen“, erklärt er seine Liebe zum Reitsport – seine Ziele sind weitere Platzierungen in der Klasse S und die erfolgreiche Teilnahme am Internationalen Jugendturnier in Eschwege. Auch Christian Neubecker möchte in Eschwege erfolgreich starten. Der 19-jährige Auszubildende zum Pferdewirt bei Dietmar Gugler in Pfungstadt hat bereits einige Erfolge in der Klasse S zu verzeichnen, die er weiter ausbauen möchte. Nadine Deußer aus Kirberg hat sich auf dem Turnier in Landenhausen wohl gefühlt und in ihren Parcour schnell aber dennoch mit viel Überlegung bestritten, was ihr mit ihren beiden Pferden auch gut gelungen ist. Die 17-jährige plant, alle Qualifikationsprüfungen zu bestreiten. Die Schülerin, die hofft, weiter erfolgreich in der Klasse S zu reiten, wird trainiert von Vater Helge Deußer. Der 20-jährige Student Yann Lupp aus Bad Salzhausen bei Nidda hat die anspruchsvolle Prüfung ebenfalls wie seine Mitstreiter gut gemeistert und hofft auf Siege in der Klasse S in seiner weiteren reiterlichen Laufbahn. Mit seinem Pferd, dem gekörten 8-jährigen Hengst Libertin, hat er einen echten Hingucker und Kämpfer unter dem Sattel. Trainiert wird Yann Lupp von seinem Vater Thomas, der ihm auch die Pferde zur Verfügung stellt, mit denen er bisher drei Siege in M**-Springen erkämpft hat.
Auf der neu errichten Tribüne fand man am Pfingstmontag zum letzten S*-Springen mit Stechen des Turniers keinen einzigen freien Platz mehr. Dicht gedrängt verfolgten die Zuschauer das Geschehen im höchst anspruchsvollen modernen Parcours, der von Michael Jennemann errichtet wurde, bei dem es auf Rittigkeit und Sprungvermögen ankam. Lediglich acht Paare meisterten die Herausforderungen fehlerfrei, dabei als einzige heimische Reiterin Bettina Wiegand vom RFV Haunetal mit Clinton. Sie sicherte sich den vierten Rang nach einer schnellen Runde im Stechparcours hinter ihren Mitstreitern Sebastian Schuldes (B. Homburg) auf Rang eins und zwei und dem Niederländer Perry Heymann auf Platz drei.
Für tollen Sport und Spannung in Landenhausen sorgten zudem die Mannschaftsprüfungen in Dressur und Springen und viele Nachwuchsreiter kamen in den Prüfungen ab Klasse A auf vordere Ränge. Eine Schaunummer des Pferdemusicals Galopp Global der Dachreiter Herbstein, Ponyrennen und Ponyverlosung und ein Reiterball rundeten das Turnier ab. Und auch die Verantwortlichen des Vereins strahlten nach dem vierten Turniertag mit der Sonne um die Wette, denn die Veranstaltung stellte auch in diesem Jahr eine große Herausforderung für sie dar, die sie mit Bravour gemeistert haben.